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Über mich

Ich bin Ana Cecilia Contrera Tejedor.

Hauptberuflich arbeite ich als Handbuchautorin für verschiedene Hersteller. Ich erstelle Manuals und technische Beschreibungen.

Meinen ersten Roman 'Flor de Cardo' schrieb ich damals noch in Spanisch. 2004 wurde er unter dem Titel 'Distelblüten' ins Deutsche übersetzt.

2017 folgte der Roman 'Das Eisenbett'. Zur Zeit entsteht die Fortsetzung vom 'Eisenbett'.

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Geboren wurde ich 1972 in Rosario (Argentinien). Die ersten Lebensjahre verbrachte ich bei meiner Großmutter in Buenos Aires. Nach deren Tod kümmerte sich eine Bekannte um mich. 1978 musste sie vor der argentinischen Militärdiktatur ins Exil flüchten. Sie nahm mich mit nach Spanien, als ihre Tochter. Über einige Stationen gelangten wir schließlich nach Deutschland. In Tübingen und Berlin (FU) studierte ich Literatur und Medienwissenschaften. Ich bin verheiratet und lebe in Berlin.

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Was motiviert mich ...

in meiner Freizeit viele Stunden vor dem Computer zu sitzen, um Romane ausgerechnet über südamerikanische Militärdiktaturen zu schreiben?

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Ich habe ganz persönliche Beziehungen zu dieser Region. Dort liegen meine Wurzeln. In meiner Studienzeit reiste ich zum ersten Mal wieder nach Südamerika. Seither organisiere ich Projekte im Rahmen der Deutsch-Argentinischen Freundschaft und der Deutsch-Chilenischen Freundschaft (Liga Chileno-Alemana).

Aber das reicht nicht als Erklärung, warum ich Bücher schreibe. Irgendetwas trieb mich schon früh, kleine Szenen zu schreiben, Junta-Situationsskizzen. Später erkannte ich, dass Energie in diesen Skizzen steckte: Das Adrenalin, wenn eine Protagonistin nachts Plakate klebte und die Streife der Militärpolizei bog um die Ecke. Die selige Erleichterung, wenn Pistolen für den Widerstand transportiert werden mussten und dann endlich am vereinbarten Übergabepunkt abgegeben werden konnten. Das enge Vertrauen in wildfremde Companeros, mit denen zusammen man nachts auf der Flucht war.

Wenn damals Bücher über die Militärdiktatur geschrieben wurden, dann war der Ton oft bitter und trocken. Die Texte waren oft Apologien oder 'me too'- Berichte, die die unergiebige Frage beantworten wollten, wer die Guten waren und wer die Bösen. Ich hatte beim Lesen das Gefühl von Schwarz-Weiß-Fernsehen. Man erkannte, was gezeigt werden sollte. Aber irgendetwas fehlte.

Dann las ich den Roman von Liliana Heker, 'El fin de la historia'. Ich war wie elektrisiert. DAS war Literatur, wie ich sie im Sinn hatte. Eine Heldin, verschleppt von der argentinischen Militärjunta, und trotz allem Leiden sympathisch, mutig, voller guter Laune und Lebensfreude. Einen Roman lang wurde ich über die Farblosigkeit und die Vereinfachungen bisheriger Testimonio-Texte erhoben. Als Leser schwebte man in faszinierenden Beschreibungen wirklicher Menschen mit dem vollen Spektrum an Stärken und Schwächen. Die Akteure waren widersprüchlich, hatten Vorlieben, Ideale und Eitelkeiten. Sie waren mal glücklich, mal unglücklich und oft beides gleichzeitig.

Nach diesem Buch wusste ich, was ich schreiben wollte.

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